Mein Standard

  • Illustration: Yoshifumi Takeda
  • Fotos: Otman Qrita
  • Koordinierung: Masaé Takanaka
  • Text: Marc Beaugé

Ausgabe 6

Creative Director

Franck Durand

Gründer und Creative Director, Atelier Franck Durand, außerdem Redakteur und Herausgeber des Holiday Magazine, ein halbjährlich erscheinendes LifeStyle-Magazin aus Paris. Franck ist außerdem Gründer und Creative Director von Holiday Boileau, einer Marke, deren Ästhetik mit dem seines Magazins im Einklang ist, und Creative Director des französischen Modemagazins L'Etiquette.

„Eine Uniform macht
alles leichter.“

Morgens brauche ich nicht viel Zeit, um mich anzuziehen. Im Grunde trage ich täglich das gleiche, wie eine eigene Uniform, mit wenig Abwechslung. Braune Slipper, J.M. Weston 180s und Socken von UNIQLO, ebenfalls in braun. Ich wähle immer denselben Style in unterschiedlichen Farben. In letzter Zeit trage ich oft Braun. Es passt super zu Jeans. Die gerippten Socken sind perfekt, genau das richtige Maß an Lässigkeit. Ich trage sie zu medium wash Jeans, einem weißen T-Shirt, einem grauen Sweatshirt von UNIQLO und einer Jacke. Das ist mein Stil. Ich kleide mich immer gleich. So kann ich arbeiten, Fahrrad fahren, zu einer Verabredung gehen oder einen Drink genießen. Perfekt für jede Situation. Abends wähle ich je nach Anlass eine andere Jacke, aber am nächsten Morgen ziehe ich, ohne zu überlegen, meine üblichen Sachen an. Das kann nur funktionieren, wenn man Vertrauen in seine Kleidung hat. Du musst dir Zeit nehmen und Kleidung wählen, die zu dir passt. Zum Glück fand ich einen Style, der mir wirklich gefiel.

Ich habe bestimmt um die zwanzig Supima Baumwolle T-Shirts von UNIQLO. Für gewöhnlich ziehe ich immer eins an. Sie sind schlicht und lassen sich mit allem kombinieren. Sei es unter einem Sweatshirt, einer Jacke oder einem Hemd. Und im Sommer kann man sie auch allein tragen. Mein Geschmack ändert sich nie, also kaufe ich immer das gleiche Modell. Schon früh entwickelte ich ein Bewusstsein für Mode. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wo Mode nirgends zu finden war, aber ich war immer auf Kleidung fixiert. Mit acht Jahren ging ich mit Seersuckerjacke und Shorts zu einer Hochzeit. Danach ging ich auf ein Internat, wo ich jeden Tag denselben blauen Mantel trug. Unglaublich aber wahr, dort entdeckte ich die Mode. Eines Tages kehrte ein Mitschüler aus London mit einigen Ausgaben von The Face und I-d zurück. Ich kann mich gut daran erinnern, wie hingerissen ich von all der Kleidung war, die ich nie zuvor gesehen habe, geschweige denn, die ich mir hätte vorstellen können. Seitdem bin ich von der Macht der Mode und Bildsprache fasziniert. Es war ein Tor zu einer Welt unglaublicher Inspiration, in der ich Kultur, Musik, Bücher und Filme entdeckte. Es steckt viel in einem guten Kleidungsstück.

Aus Francks Bücherregal. Von oben links.
L’étiquette (SO Press), Vintage Music T-Shirts Scrapbook (Grand Gallery), La leçon d’élégance (Séguier), eine französische Übersetzung von Inu wo kau von Jiro Taniguchi, mit dem Titel Terre de rêves (Casterman) und eine Ausgabe des Holiday Magazine, das Franck herausgibt.

Seite teilen