Ewiger
Meister,
auf ewig jung

Interview mit Shingo Kunieda

  • Fotos: Keisuke Fukamizu
  • Interview & Text: Kosuke Ide Styling: UNIQLO
  • Haar & Make-up: Mitsugu Takahashi
  • Besonderer Dank an: Yoshida Memorial Tennis Trainingszentrum

Shingo Kunieda, vierfacher Goldgewinner der Paralympischen Spiele ist nicht nur der beste Rollstuhltennisspieler der Welt, sondern es macht ihm auch mehr Spaß als jedem anderen, Tennis zu spielen. Was treibt ihn Jahr für Jahr an?

Shingo Kunieda, vierfacher Goldgewinner der Paralympischen Spiele ist nicht nur der beste Rollstuhltennisspieler der Welt, sondern es macht ihm auch mehr Spaß als jedem anderen, Tennis zu spielen. Was treibt ihn Jahr für Jahr an?

Shingo Kunieda

Rollstuhltennisprofi

Geboren 1984 in Tokio und aufgewachsen in Kashiwa in der Präfektur Chiba. Im Alter von elf Jahren entdeckte er Rollstuhltennis für sich und gewann als erster Spieler 2007 alle vier Grand Slam Titel innerhalb eines Jahres, was ihm bis heute fünf Mal gelang. Während der Paralympischen Spiele in Athen 2004 gewann er Gold im Herrendoppel und 2008 in Beijing Gold im Einzel und Bronze im Doppel. In London 2012 konnte er seinen Titel mit einer weiteren Goldmedaille verteidigen und 2021 in Tokio holte er sich seinen Titel zurück und gewann damit das vierte Mal Gold.

Die Besten. In jeder Sportart gibt es Sportler:innen, die über den anderen stehen; die Crème de la Crème. Doch selbst hier führen feinste Unterschiede zur absoluten Spitze. Im Rollstuhltennis gilt Shingo Kunieda unbestreitbar als Bester von allen. Einschließlich seines Sieges in Tokio 2021, gewann er vier Goldmedaillen bei den Paralympischen Spielen und konnte ganze 46 Grand Slam Turniere für sich entscheiden (25 Einzel, 21 Doppel); so viele wie kein zweiter. Er war der erste Rollstuhltennisspieler, der alle Grand Slams in einem Jahr gewann. Dies gelang ihm mittlerweile fünf Mal. Kuniedas überwältigende Karriere hebt ihn von seiner Konkurrenz ab und setzt ihn an die unangefochtene Spitze. Neben den unzähligen Siegen, die er bisher errungen hat, konnte er auch seiner Sportart zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und die Art zu spielen revolutionieren. Man kann problemlos behaupten, dass er die Spitze der Besten anführt.

Dies gelang ihm mittlerweile fünf Mal. Kuniedas überwältigende Karriere hebt ihn von seiner Konkurrenz ab und setzt ihn an die unangefochtene Spitze. Neben den unzähligen Siegen, die er bisher errungen hat, konnte er auch seiner Sportart zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und die Art zu spielen revolutionieren. Man kann problemlos behaupten, dass er die Spitze der Besten anführt.

*Grand Slam

bezieht sich auf die vier Haupt- und damit wichtigsten Turniere im Rollstuhltennis (heute: Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open). Bis 2008 waren die vier größten Turniere im Rollstuhltennis das Australian Open, das Japan Open, das British Open und die USTA National Wheelchair Championships. Wer zwischen 2009 und 2016 das Australian, French und US Open gewann, galt es Grand Slam Sieger eines Kalenderjahres.

Die Besten. In jeder Sportart gibt es Sportler:innen, die über den anderen stehen; die Crème de la Crème. Doch selbst hier führen feinste Unterschiede zur absoluten Spitze. Im Rollstuhltennis gilt Shingo Kunieda unbestreitbar als Bester von allen. Einschließlich seines Sieges in Tokio 2021, gewann er vier Goldmedaillen bei den Paralympischen Spielen und konnte ganze 46 Grand Slam Turniere für sich entscheiden (25 Einzel, 21 Doppel); so viele wie kein zweiter. Er war der erste Rollstuhltennisspieler, der alle Grand Slams in einem Jahr gewann. Dies gelang ihm mittlerweile fünf Mal. Kuniedas überwältigende Karriere hebt ihn von seiner Konkurrenz ab und setzt ihn an die unangefochtene Spitze. Neben den unzähligen Siegen, die er bisher errungen hat, konnte er auch seiner Sportart zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und die Art zu spielen revolutionieren. Man kann problemlos behaupten, dass er die Spitze der Besten anführt.

Dies gelang ihm mittlerweile fünf Mal. Kuniedas überwältigende Karriere hebt ihn von seiner Konkurrenz ab und setzt ihn an die unangefochtene Spitze. Neben den unzähligen Siegen, die er bisher errungen hat, konnte er auch seiner Sportart zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und die Art zu spielen revolutionieren. Man kann problemlos behaupten, dass er die Spitze der Besten anführt.

Das in den 70ern entstandene Rollstuhltennis nutzt im Wesentlichen dieselben Plätze, Netze, Bälle und Schläger wie beim regulären Tennis. Auch die Regeln sind die gleichen, mit der Ausnahme, dass der Ball zweimal aufspringen darf und beim zweiten Mal auch außerhalb des Feldes. Geschwindigkeit und Intensität können verblüffen, wenn man sich zum ersten Mal ein Spiel ansieht. Trotz der Einschränkungen seitwärts, wissen die Spieler:innen, wie sie den Rollstuhl perfekt für Aufschläge, Volleys und atemberaubende Rückhandschläge auf die Seitenlinie nutzen müssen. Die beeindruckenden Techniken, die den Sport zu dem machen, was er heute ist, wurden von Kunieda im Laufe der Zeit entwickelt und verfeinert. Kei Nishikori, der zu Kunieda wie zu einem großen Bruder aufschaut, erinnert sich daran, wie schockiert er war, als er dessen Rückhand zum ersten Mal sah.

Dank der konstanten Bemühungen Kuniedas und anderer Sportler:innen hat sich der Sport in jeder Hinsicht verbessert, von Techniken über Strategien bis hin zur Ausrüstung. Mittlerweile als ebenbürtige Form anerkannt, hat sich Rollstuhltennis seit seinen bescheidenen Anfängen stetig weiterentwickelt und entwickelt sich noch immer. Gordon Reid, einer von Kuniedas jüngeren Rivalen, spricht von ihm in einem Atemzug mit Roger Federer und sagt: „Wie sehr sich der Sport auch ändern mag, er wird immer einer der Besten bleiben. Er und Federer hatten beide großen Einfluss auf meine Spielweise.“

Ein Foto aus seinen Anfängen als Tennisspieler. Kunieda bewegte sich immer gern. Bevor er im Rollstuhl saß, spielte er gern Baseball und selbst mit Rollstuhl spielte er gern Basketball mit seinen Freunden.

Wir werden vor dem Tennis Trainingszentrum (TTZ) in Kashiwa in der Präfektur Chiba von Kunieda mit einem Lächeln begrüßt. Nachdem wir ihn fragen, wie es sich anfühlt, Gold nach Hause zu bringen, lacht er und antwortet leicht wehmütig: „Ich glaube, so begeistert werde ich nie wieder sein. Von all den Siegen in meiner Karriere macht mich dieser am glücklichsten und zufriedensten. Ein Grund mehr, mich auf das nächste Ziel zu konzentrieren und weiterzumachen.“

Mit neun Jahren wurde bei Kunieda ein Tumor in der Wirbelsäule festgestellt. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. Zwei Jahre später ermutigte ihn seine Mutter, die selbst Tennis spielte, das TTZ zu besuchen und sich das Training im Rollstuhltennis anzusehen.

„Anfangs dachte ich, es sei nichts Besonderes, im Rollstuhl Tennis zu spielen, aber alles war so schnell und kraftvoll, als ich es zum ersten Mal selbst sah. Ich war beeindruckt. Nach einem Jahr Training nahm ich an meinem ersten Turnier teil. Ich wollte unbedingt gewinnen, nicht nur Zweiter werden. Ich war gefesselt vom Nervenkitzel des Zweikampfs.“

Nach einer Verletzung feierte er drei Jahre später mit dem Sieg im Herreneinzel der Australian Open 2018 sein Comeback. Nach einem ersten verlorenen Satz, holte er auf und gewann das Finale gegen Stéphane Houdet.

Wir werden vor dem Tennis Trainingszentrum (TTZ) in Kashiwa in der Präfektur Chiba von Kunieda mit einem Lächeln begrüßt. Nachdem wir ihn fragen, wie es sich anfühlt, Gold nach Hause zu bringen, lacht er und antwortet leicht wehmütig: „Ich glaube, so begeistert werde ich nie wieder sein. Von all den Siegen in meiner Karriere macht mich dieser am glücklichsten und zufriedensten. Ein Grund mehr, mich auf das nächste Ziel zu konzentrieren und weiterzumachen.“

Mit neun Jahren wurde bei Kunieda ein Tumor in der Wirbelsäule festgestellt. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. Zwei Jahre später ermutigte ihn seine Mutter, die selbst Tennis spielte, das TTZ zu besuchen und sich das Training im Rollstuhltennis anzusehen.

„Anfangs dachte ich, es sei nichts Besonderes, im Rollstuhl Tennis zu spielen, aber alles war so schnell und kraftvoll, als ich es zum ersten Mal selbst sah. Ich war beeindruckt. Nach einem Jahr Training nahm ich an meinem ersten Turnier teil. Ich wollte unbedingt gewinnen, nicht nur Zweiter werden. Ich war gefesselt vom Nervenkitzel des Zweikampfs.“

Während der Highschool machte er sich international einen Namen und reiste sogar ins Ausland. Unter Trainer Hiromichi Maruyama, den er in seinem dritten Jahr kennenlernte, konnte er sein Niveau nochmals steigern. Bald darauf nahm er weltweit an Turnieren teil und brachte 2004 gemeinsam mit Satoshi Saida Gold aus Athen nach Hause. 2006 wurde er als erster Asiate Weltranglistenerster und 2009 unterzeichnete er seinen Vertrag als UNIQLOs erster Globaler Markenbotschafter. Doch seine Karriere als Profisportler verlief nicht immer reibungslos. Nachdem er 2014 alle Grand Slams eines Jahres zum fünften Mal gewann, reiste er zwei Jahre später nach Rio, um erneut Gold bei den Paralympischen Spielen zu holen. Sein von allen erwarteter Sieg wurde jedoch schon im Viertelfinale zunichte gemacht. Chronische Schmerzen in seinem überanspruchten Schlagarm holten ihn schließlich ein. „Ich war so entmutigt, dass ich daran dachte, ganz aufzuhören.“

Rückblickend betrachtet, war sein darauffolgendes Comeback das Zeug, aus dem Legenden gemacht sind. Nach zwei Jahren und vier Monaten Unterbrechung gewann er 2018 das Australian Open. Auf beeindruckende Art und Weise konnte er seinen Stil überarbeiten, insbesondere seine Rückhand, die seinen Ellenbogen bisher stark belastet hatte. Ein Jahr lang dauerte es, den neuen Stil zu trainieren.

„Ändert man das Vertraute, besteht die Gefahr, sich zu verletzen. Wenn du aber diese Gefahr nicht eingehst, wirst du nie wachsen. In meiner Karriere habe ich oft falsche Entscheidungen getroffen und meinem Körper geschadet, aber diese wertvollen Erfahrungen lehren uns, was möglich ist und was nicht.“

Es ist nicht allein der Wert von Fehlern. „Eine Niederlage zeigt dir, was zu tun ist, um das nächste Ziel zu erreichen“, erklärt Kunieda. „Genauso wichtig ist, was du nach einem Sieg machst.“

Kurz nach den Paralympischen Spielen in Tokio besiegt Kunieda im September 2021 den Briten Alfie Hewett im Einzel und verteidigt seinen Titel bei den US Open.

„Natürlich will man sich nach einer Niederlage verbessern, doch auch nach einem Sieg braucht es Veränderungen. Andere verbessern sich stetig und wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, fällt zurück. Um an der Spitze zu bleiben, sind Veränderungen unerlässlich. Sich selbst betrachten und von innen heraus wachsen. Das fällt auch mir nicht immer leicht.“

Diese Schwierigkeit des Siegens verlangt nicht nur technischen, sondern auch mentalen Einsatz.

„Der Druck ist bei jedem Spiel anders. Selbst in der ersten Runde, gibt es diese Angst vor einer Niederlage. Bei einigen ist sie so groß, dass sie ihre Fähigkeiten nicht richtig nutzen können. Ich denke jedoch, dass Druck und Nervosität nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müssen. Wenn du nervös bist, sind deine Sinne am schärfsten, während du ohne Stress schnell nachlässig werden kannst.“

Viele kennen den Spruch „Ich bin der Beste“ auf Kuniedas Schläger. Diese ermutigenden Worte gaben ihm unzählige Male den nötigen Schub.

„Gegen den mentalen Druck empfehle ich ein paar aufmunternde Worte. Vor jedem Spiel sehe ich in den Spiegel und sage: ‚Ich weiß, was ich zu tun habe. Ich schaffe das.' Auch während des Spiels denke ich daran. Selbstverständlich verliert man in einem zweistündigen Spiel irgendwann das Feuer, aber es geht um die 25 Sekunden zwischen den Punkten, die dich physisch und psychisch aufbauen, um das Spiel für dich zu entscheiden.“

Kuniedas tägliches Training besteht aus drei Stunden Tennis und mindestens einer Stunde Stretching und anderen Übungen. „UNIQLOs Kleidung gibt mir ein erfrischendes Gefühl und sie hält trocken, wenn ich schwitze. Ich finde sie toll und trage sie deshalb das ganze Jahr über.“

Die Fähigkeit, aus tiefstem Herzen an diese Worte zu glauben, entspringt dem Selbstbewusstsein, das er in jedem Training ansammelte, in dem er bis an seine Grenzen ging. „Es geht um eine Annahme nach der nächsten, nicht nach Blindgängern zu schlagen und nicht jeden Tag zu übertreiben. Können entsteht nicht über Nacht.“ Sein Personal Trainer Tasuku Iwami fügt hinzu: „Er ist ein Perfektionist und übt etwas so lange, bis er es richtig macht. Er träumt sogar vom Tennis. Das Beste kommt erst noch.“
Kuniedas grenzenlose Fähigkeit, allen Widrigkeiten zu trotzen, lässt ihn beinahe übermenschlich erscheinen, er aber sieht das anders.

„Oft genug war ich an dem Punkt, an dem ich mir sagte: ‚Ich kann nicht mehr'“, erzählt er. „Nach einer Niederlage, denke ich unter der Dusche, dass alles vorbei ist. Aber am nächsten Morgen, wenn ich zurück nach Japan fliege und zu Hause ankomme, habe ich wieder Lust, Tennis zu spielen. Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich eine Niederlage akzeptieren kann. Früher wollte ich unter keinen Umständen verlieren, aber die Erfahrung vom Meister zum Herausforderer zu werden, nahm eine große Last von meinen Schultern und ließ mich nach vorne blicken. Auch mein Training hat sich verändert und ich entwickle mich gern weiter. Wenn ich jemandem begegne, gegen den ich zuvor verloren habe, steht ein völlig neues Ich auf dem Platz. Es ist nicht leicht, an diesen Punkt zu gelangen, aber es macht das Training spaßiger und ermutigt mich. Während der letzten US Open dachte ich mir eine neue Technik aus und spürte das Selbstvertrauen. Am schönsten ist es, wenn ich denke: ‚Wow, wenn ich das schaffe, wie sehr ich mich dann verbessern kann.'“

Während er an seine Grenzen geht und die Spitze erreicht, erfreut er sich an den Dingen, die man nur außerhalb des Wettkampfs findet. „Ich habe erneut erkannt, wie sehr ich Tennis liebe“, lacht er und schreitet weiter voran als der Beste.

„Auf dem UNIQLO LifeWear Day in Tokio, war ich so glücklich, mit meinem Idol Roger Federer spielen zu dürfen, dass ich fast Nasenbluten bekam. Ein wahr gewordener Traum. Federer ist der Grund für meine Liebe zum Tennis. Was als nächstes kommt? Wimbledon gewinnen. Das Mekka des Tennis. Eines Tages möchte ich vor all meinen Fans spielen und ihnen zeigen, wie aufregend Rollstuhltennis sein kann.“

2019 spielten Kunieda und Federer ein Doppelmatch für einen guten Zweck am UNIQLO LifeWear Day in Tokio im Ariake Tennispark. Federer, ein Idol für Kunieda, sagte über ihn: „Mein Respekt dir gegenüber ist grenzenlos. Alles, was du für diesen Sport getan hast, war wundervoll.“

Kurz nach den Paralympischen Spielen in Tokio besiegt Kunieda im September 2021 den Briten Alfie Hewett im Einzel und verteidigt seinen Titel bei den US Open.

Kuniedas tägliches Training besteht aus drei Stunden Tennis und mindestens einer Stunde Stretching und anderen Übungen. „UNIQLOs Kleidung gibt mir ein erfrischendes Gefühl und sie hält trocken, wenn ich schwitze. Ich finde sie toll und trage sie deshalb das ganze Jahr über.“

2019 spielten Kunieda und Federer ein Doppelmatch für einen guten Zweck am UNIQLO LifeWear Day in Tokio im Ariake Tennispark. Federer, ein Idol für Kunieda, sagte über ihn: „Mein Respekt dir gegenüber ist grenzenlos. Alles, was du für diesen Sport getan hast, war wundervoll.“

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