Interview mit der Designerin

Interview mit der Designerin

Könntest du uns ein wenig über die aktuelle Kollektion erzählen und was sie so erfrischend macht?

Ich wollte an die vorherige Kollektion anknüpfen, weil sie so gut ankam. Die Zusammenarbeit mit UNIQLO ist für mich ganz natürlich. Ich bin ein echter Fan und trage die Marke schon seit Jahren. Das macht unsere Kooperation authentisch. Für die Kollektion wollte ich mit dem spielen, wofür UNIQLO steht: die Materialien, die Silhouetten und Formen, aber auch die Innovation, die sich daran orientiert, wie ein Kleidungsstück getragen wird, wie es gepflegt wird und dergleichen. Ich wollte diese Eigenschaften beibehalten, sie aber auch ein wenig sezieren, dekonstruieren und mit ihnen spielen – indem ich interessante Details hinzufüge, um Spuren meiner persönlichen Handschrift zu hinterlassen. Das ist die Idee, die wir von Beginn an verfolgen.

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Dein Stil ist sehr verspielt und bringt immer diesen großartigen Sinn für Humor mit sich. Wir sind neugierig zu erfahren, ob es eine Verbindung zu deiner Kindheit gibt. Hast du schon als Kind nach Humor in Dingen Ausschau gehalten?

Das ist eine gute Frage. Ich finde es schwer, mich selbst zu ernst zu nehmen. Ich finde es auch schwer, Mode übermäßig ernst zu nehmen. Ironie ist vielleicht eine britische Eigenschaft. Auch eine japanische, in gewisser Hinsicht. Ich denke, dass England und Japan sich darin sehr ähneln. Ich denke, dieser Sinn für Selbstironie und diese Verspieltheit sind sehr interessant.

Was hat bei dir in dieser Saison die Assoziation zum Tanzen geweckt?

Wir haben eigentlich mit Bewegung angefangen. Wenn ich an den Moment denke, in dem ich meinen Pullover von UNIQLO anziehe, ist das ein Moment der Ruhe, den ich sehr schätze. Er symbolisiert eine Pause, Gemütlichkeit und Komfort. Wir wollten etwas aus der Idee machen, den Pullover aus- und wieder anzuziehen und diese kleine Freude zu feiern. Ich denke, das Schöne daran ist einfach die abstrakte Freude an der Bewegung. Der Pullover und diese Teile sind nicht einschränkend. Sie sind frei und leicht.

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Und wo findest du außerhalb der Mode deine Inspiration? In Literatur, Architektur, Tanz?

Buchstäblich überall. Und oft ist es etwas, das man nicht erwarten würde. Ich stelle fest, dass ich mein Gehirn auf eine sehr unstrukturierte Weise füttern muss. Ich muss so viele Reize wie möglich aufnehmen. Wo auch immer ich hinkomme, ich gehe immer in ein Museum oder eine Galerie und bin besessen von Architektur, Design, Materialien und Handwerk. Das alles fließt in mich hinein und dann kommen die Ideen heraus, ohne Sinn und Verstand. Und manchmal kann auch ein Glas Wein helfen.

Du hast viele erstaunliche Dinge erfunden, das Eiscreme-Pop-up und das Café zum Beispiel. Gibt es eine direkte Inspirationsquelle für diese fantastischen Ideen? Und kannst du etwas über die menschliche Figur sagen, die das Augenmotiv und die Munddetails bildet?

Augen und Mund sind zum Spielen da, besonders für Kinder ist das eine tolle Sache. Ein Kind kann mit dem Pullover zeigen, ob es sich gerade glücklich oder traurig fühlt. Und das ist ein schöner Aspekt des Geschichtenerzählens. Ich denke, dass ein spielerisches Element dem Pullover eine Art zweites Leben verleiht, mehr daraus macht als nur ein Kleidungsstück, das man anziehen kann. Das Element der Personalisierung ist ebenfalls wichtig. Mit einem Loch für den Daumen fühlt es sich an, als trage man Handschuhe. Und das ist eigentlich ganz praktisch.

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Kannst du uns etwas über die Farbpalette dieser Kollektion erzählen?

Die Farbe war für uns der eigentliche Ansatzpunkt. Bei Kaschmir gibt es wirklich satte, leuchtende Farben. Ein unglaublich strahlendes Rosa, ein tolles Tomatenrot und ein wunderschönes Pilzbraun. Oh, und auch ein kräftiges Marineblau.

Die Strickjacke mit einer Art dekonstruierter loser Tasche auf der Vorderseite, die dann mit einem andersfarbigen Faden wieder zusammengenäht wird, ist etwas ganz Besonderes. Das Gefühl, dass dein Lieblingsstück ausgefranst ist und du es wieder zusammennähst, erzeugt eine besondere Freude am Detail.

Auch hier geht es nur ums Spielen. Ich hoffe, dass diese Teile so oft getragen werden, dass sie zu einer besten Freundin werden.

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Eine bereichernde Betrachtungsweise. Die Idee, etwas anzuziehen, das eine Erweiterung der eigenen Persönlichkeit ist und gleichzeitig seine eigene Geschichte erzählt, zieht sich durch die gesamte Kollektion.

Der praktische Aspekt ist natürlich auch wichtig. Wenn du eine schöne marineblaue, gut geschnittene Hose trägst, kannst du ein Strickprodukt mit unseren grafischen Mustern dazu anziehen, um dein Outfit mühelos aufzuwerten. Es sind die kleinen Details.

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Deine Designs überraschen uns mit besonderen Extras an Stellen, wo wir sie nicht erwartet hätten.

Das hoffe ich, aber dabei muss ich die Balance halten, damit das Ergebnis nicht wirkt wie eine Karikatur. Es ist ein bisschen wie Yin und Yang. Man braucht das Süße und das Saure. Das Gleiche gilt für die Farbe. Rosa ist zwar hell, aber auch anspruchsvoll. Alle Zutaten genau aufeinander abzustimmen, fühlt sich ein bisschen an wie Alchemie.

Wer wird die Kollektion deiner Meinung nach tragen? Was machen diese Menschen? Wohin gehen sie? Welche Art von Energie bringen sie mit?

Diese Kollektion ist wirklich für jeden gedacht. Ich kann mir vorstellen, dass jemand, der im Büro sitzt, in einer eher ernsten Rolle, die Kollektion trägt. Ich kann mir vorstellen, dass Kinder den Pullover tragen, der nicht kratzt, ein bisschen Humor besitzt und sie zum Lachen bringt. Die Kollektion ist für jeden geeignet, für jedes Alter. Sie ist sehr inklusiv.

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Was genießt du am meisten an der Zusammenarbeit mit UNIQLO?

So viele Dinge. Ich habe etwa dreißig Jahre lang in Japan gearbeitet und war regelrecht besessen von diesem Land. Auch hier denke ich, dass sich Japan und Großbritannien in vielerlei Hinsicht ähneln. Mir liegt sehr viel an dem, was ich tue. Wir arbeiten hart und es steckt viel Arbeit darin, Kleidung verantwortungsvoll herzustellen. Ich glaube, in Japan hat man die gleiche Arbeitsmoral. Ich kann tun, was ich tun möchte, nachhaltig und in großem Maßstab. Wenn man mit UNIQLO arbeitet, kann man wirklich viel bewirken. Das ist es, was es so spannend macht. Alle, mit denen ich zusammenarbeite, sind einfach fantastisch und wir sind einander wichtig. Ich habe noch nie ein globales Team erlebt, das sich derart umeinander kümmert. Ich denke, das zeigt sich letztendlich auch in der Produktion.

Was hat dich an der Kollektion überrascht?

Ich war überrascht, dass wir uns auf Anhieb in so vielen Bereichen einig waren. Ich glaube, das Team, mit dem ich zusammenarbeite, gehört größtenteils zu unserem Klientel. Es gibt eine Art natürliche Synergie, was großartig ist. Die Arbeit mit UNIQLO ist eine Ehre, denn ich habe viel gelernt. Die Chemie zwischen uns ist angenehm.

Letzte Frage: Was ist dein Lieblingsstück aus der Kollektion?

Schwer zu sagen. Wenn ich unbedingt wählen müsste, würde ich mich für den Pullover in grün oder rosa entscheiden. Ich trage eigentlich nie rosa. Nie. Aber der Kaschmirpullover in hellrosa ist einfach bezaubernd.